Das FFH Gebiet Eichwerder-Moorwiesen ist ein recht kleines, aber sehr vielgestaltiges Schutzgebiet von 118 Hektar Größe. Es befindet sich an der nordöstlichen Stadtgrenze von Berlin zwischen den Ortschaften Glienicke und Schildow.
Moorbereiche, feuchtes Gras und Hochstaudenfluren prägen das Schutzgebiet. Wie eine Lebensader mäandert das Tegeler Fließ hindurch und bildet eine natürliche Grenze zum nördlichen Stadtgebiet von
Berlin.
Hier kommen neben Brennnessel, Beinwell, Mädesüß, Sumpfziest und Blutweiderich vor. Sie alle dienen als Raupenfutterpflanzen und Nektarpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten.
Besonders eindrücklich sind die Dünen mit offenen Grasflächen entlang des ehemaligen Grenzstreifens. Kier kommen seltene hochspezialisierte Arten vor, die mit ihrem Namen schon den Standort
beschreiben: Sandstrohblume, Sandsegge und das leuchtend blau blühende Berg-Sandglöckchen.
An den trockenen Standorten wachsen bodensaure Eichen, in den gewässernahen Arealen haben sich Erlenbruchwälder gebildet.
Gebietsbetreuung: Kati Starke
Schützenswerte Lebensräume und Lebensgemeinschaften
Dünen mit offenen Grasflächen mit Silber- und Straußgräsern, Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, kalkreiche Niedermoore, Auen-Wälder mit Schwarzerle und Gemeiner Esche.
Bedeutende Tierarten
Biber, Fischotter, Bekassine, Eisvogel, Kiebitz, Neuntöter, Rohrschwirl, Wachtelkönig, Knoblauchkröte, Moorfrosch, Schlingnatter, Zauneidechse, Bitterling, Karausche, Schlammpeitzger, Bauchige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke
Bedeutende Pflanzenarten
Blutweiderich, Fieberklee, Froschlöffel, Krebsschere, Pracht-Nelke, Sand-Strohblume, Schönes Goldhaarmoos, Spitzblättriges Spiessmoos, Sumpfblutauge, Sumpfschwertlilie, Wiesenknöterich
Intakte Moore gehören zu den bedeutendsten Kohlenstoffspeichern der Erde. Sie binden den in den Pflanzen enthaltenen Kohlenstoff. Geschädigte und entwässerte Moore geben Kohlenstoffdioxid in die
Atmosphäre ab und beschleunigen den Klimawandel. Funktionsfähige Moore sind auch äußerst wichtig für den Wasserhaushalt einer Landschaft. Sie speichern große Mengen Wasser und geben es nur
langsam wieder ab. Entwässerte Moore können dagegen oft nur noch wenig Wasser speichern: Gräben und Kanäle führen das Wasser meist sehr schnell wieder ab.
Außerdem stellen Moore einzigartige Lebensräume dar. Fallen sie weg, sind auch ihre Tier- und Pflanzenarten verloren.
In den letzten Jahren wurden im westlichen Teil des FFH-Gebiets Eichwerder Moorwiesen große Anstrengungen unternommen, die dortigen Moorböden vor weiterer Austrocknung zu schützen. Alte
Entwässerungsgräben wurden verfüllt, sodass das Wasser besser zurückgehalten wird und der Wasserstand steigt.
Um die Verbuschung des Moors zu verringern und neuen Raum für moortypische Planzen wie Schlangenknöterich, Sumpfbaldrian und Fieberklee zu schaffen, wurden Erlen, Weiden und Birken
zurückgeschnitten, die sich bereits stark ausgebreitet hatten.
Die letzten Dürresommer haben auch in den Eichwerder Moorwiesen ihre Spuren hinterlassen. Die neu aufgewachsenen Erlen müssen wieder entfernt werden.
Doch nicht nur der Erhalt der Moorflächen, sondern auch die Bewahrung der empfindlichen Pflanzengesellschaften sind hier Herausforderungen der Naturschutzarbeit. Beweidung oder Mahd und das
Zurückdrängen von wuchsstarken Neophythen wie Kanadischer Goldrute, Staudenknöterich und spätblühender Traubenkirsche sind dafür geeignete Maßnahmen.